Brügge

13.09.2009
“Das war ja mal ‘ne Nacht. Als wir in Brügge angekommen sind, hatte
natürlich die Touristeninfo schon geschlossen. Wir haben dann versucht,
die Hostels zu erreichen, von denen wir Flyer bei uns hatten. Die waren
allerdings beide schon ausgebucht, also sind wir auf gut Glück Richtung
Innenstadt gegangen, um nach einer Alternative zu suchen. Im Lybeer
Hostel  hatten wir dann Glück, einen sehr netten Kerl an der Rezeption
anzutreffen, der uns zwar auch kein Zimmer anbieten konnte, aber für uns
im Internet nachgeschaut hat, ob es in der Nähe andere Übernachtungs-
möglichkeiten gibt [mit dem Nachtzug nach Berlin oder so]. Nachdem
aber auch diese Suche erfolglos blieb, haben wir im Internet auf eigene
Faust gesucht. Über Couchsurfing haben wir mehrere Leute um Hilfe an-
gefleht und unsere Handynummer hinterlassen. Als wir grade aufgeben
wollten und dachten, wir müssten die Stadt noch am selben Abend wieder
verlassen, rief tatsächlich einer der Kerle zurück. Letzte Nacht haben wir
also sehr spontan auf dem Dachboden eines äußerst skurrilen 61 jährigen
Typen geschlafen, der früher mal als Roadie gearbeitet hat und offenbar
Frauen sehr liebt. Besonders nackte. Er fotografiert nämlich auch und sein
Schwerpunkt scheint die Aktofotgrafie zu sein. Neben ihm waren auch
noch seine zwei Söhne in der Wohnung, die allerdings zu sehr mit ihren
Computerspielen beschäftigt waren, um sich mit uns zu unterhalten. Die
Wohnung sah wirklich ziemlich chaotisch und ungepflegt aus, außerdem
roch es undefinierbar unangenehm, aber da wir ja zu dritt waren, fühlten
wir uns zumindest einigermaßen sicher.”

Trotz allem war es aber sehr lustig und wir hatten eine menge Spaß, uns
gegenseitig Schauergeschichten über David [unseren Gastgeber] und seine
Söhne zu erzählen, als wir, umgeben von tausenden Biergläsern, auf einer
uralten Schaumstoffmatratze lagen. Bilder gibt’s auf Nachfrage!

“Heute Morgen haben wir dann auch noch ein Frühstück bekommen,
wenn wir es auch nur widerwillig gegessen haben, da die Tassen dreckig
aussahen und auf der Marmelade schon jede Menge Schimmel war.
Überhaupt sah die Küche aus, als wäre dort schon sehr lange nicht mehr
gespült oder geputzt worden. Zum krönenden Abschluss lief dann auch
noch eine erstaunlich große Spinne über die Wand, als Katrin und ich
grade dabei waren, unseren Instantkaffee zu trinken. [...] Aber trotzdem
muss man sagen, dass David ein wirklich netter Kerl zu sein scheint und
wir wirklich froh sind, so kurzfristig noch eine Unterkunft zu finden.”

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“Leider war das Wetter den ganzen Tag über ziemlich schlecht und so
sind wir nicht sehr viel herumgelaufen in Brügge. Heute Mittag haben
wir uns ein paar belgische Waffeln gegönnt, danach waren wir noch in
einer Kapelle, in der eine Ampulle mit dem Blut Jesus aufbewahrt wird.
Kyle hat sie sogar angefasst, Katrin und ich hatten genug damit zu tun,
nicht über die anderen Anwesenden zu lachen. [...] Gegen 16 Uhr haben
wir dann den Zug von Brügge nach Brüssel genommen. Da wir am Bahn-
hof noch Zeit hatten, haben wir noch ein Bier getrunken und lustige
Gruppenfotos in einem dieser Foto-Automaten gemacht. [...] Jetzt bleibt
nur noch zu hoffen, dass wir in Amsterdam eine Unterkunft finden.”

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