Ende

16.09.2009
“So, jetzt kann ich wohl endgültig behaupten, dass es vorbei ist. Vor wenigen
Minuten bin ich in den Zug nach Heerlen gestiegen. Ich frage mich, wieso der
unter der Woche so voll ist, hätte lieber etwas Ruhe und Platz für mich alleine.
Heute Morgen in der Früh ist Katrin abgereist. Wir haben uns verabschiedet
und eine gute Riese gewünscht, jetzt ist sie vermutlich grade auf dem Weg
nach Calais.
Nachdem wir Gestern die Bibliothek verlassen haben, waren wir zusammen
mit Kim noch in einer australischen Bar essen – Kängurufleisch ist wirklich
nicht zu empfehlen. Danach hat Kyle uns noch zu unserem Hostel begleitet.
[...] Ich glaube, der Abschied ist uns allen echt schwer gefallen und als Katrin
und ich anschließend zurück auf unser Zimmer gegangen sind, war die
Stimmung ziemlich niedergeschlagen. Am Liebsten wären wir einfach dage-
blieben, oder alle zusammen weitergefahren.
Immerhin kann ich jetzt wieder Musik hören, da ich es dank Kyle endlich
geschafft habe, meinen iPod wieder aufzuladen. Mit Regina Spektor im Ohr
und den letzten Wochen in meinen Gedanken trete ich also die Rückfahrt an.”

Amsterdam

14.09.2009
“Als wir Gestern Abend in Amsterdam angekommen sind, sind wir mit Kyle
zu seiner Bekannten gefahren. Das Pärchen, bei dem er die nächsten Tage
unterkommt, war so nett, uns auch für eine Nacht zu beherbergen. Für die
nächsten beiden Nächte haben wir uns ein Hostel im Rotlichtviertel gesucht.
Die beiden Mädels, bei denen wir geschlafen haben, machen einen netten
Eindruck, da sie aber auch beide aus Amerika kommen, hatten Katrin und
ich kaum Gelegenheit, uns mit ihnen zu unterhalten (Landsleute unter sich).
Die Wohnung ist super gelegen, wenn man aus dem Fenster schaut, sieht
man direkt auf die Amstel. Wir haben auf den großen Sofas im Wohnzimmer
geschlafen – nach der Nacht bei David eine wirkliche Verbesserung. [...]
Nachdem wir dann mal etwas länger geschlafen haben, sind wir Heute
Vormittag nach dem Frühstück ins Anne Frank Haus gegangen, danach ein
Wenig durch die Stadt gelaufen und haben unverschämt teures Kebab ge-
gessen. Jetzt sitze ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Coffeshop
und gucke den Beiden beim Kiffen zu.”

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15.09.2009
“Gestern Nachmittag sind wir noch ein Bisschen durch die Stadt gelaufen, Kyle
hat die wildesten Kombinationen von Lebensmitteln zu sich genommen und
Katrin hat endlich Vla probiert. Nachdem wir genug angeschaut haben, haben
wir unser Gepäck bei Kyles Bekannten abgeholt und sind ins Hostel umgezogen.
Danach waren wir noch zu Dritt beim Thailänder essen. So teuer, wie noch nie
auf unserer Reise, aber super lecker. Anschließend saßen wir noch eine Weile in
unserem Hostel. Im Raucherbereich der Bar stand so ein Kicker-Tisch, an dem
wir ein paar Runden gespielt haben. Als ein Gegentor fiel, habe ich mich so
geärgert, dass ich blöde herumgehampelt und mir dabei böse den Kopf gestoßen
habe. Im ersten Moment, dachte ich, ich hätte eine blutende Platzwunde an der
Stirn, es blieb aber glücklicher Weise bei einer Beule, weh tut es allerdings noch
immer. Nach einem kleinen Nachtspaziergang durchs Rotlichtmilieu haben wir
uns dann von Kyle verabschiedet und sind schlafen gegangen.”

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“Nach einem schönen und ausgiebigen Frühstück sind wir Heute Morgen zum
Fotomuseum gegangen. Dort waren grade zwei Ausstellungen, von denen eine
wirklich sehr gut und bewegend war, es hat sich also gelohnt. [...] Danach sind
wir dann zu meinem lieblings Second Hand Laden gegangen, leider habe ich
dort aber wieder nichts gefunden. Dann haben wir ins in einem Café mit Kakao
und Baileys wieder etwas aufgewärmt – es ist wirklich kalt geworden und regnet
auch ab und zu. Eigentlich wollten wir ja ein Paddelboot mieten und damit die
Grachten entlang schippern, aber das Wetter ist einfach zu schlecht. Mit Weg-
bier ausgestattet, sind wir stattdessen noch mal Richtung Stadtbibliothek
gegangen und nun sitze ich hier uns schreibe einen meiner letzten Einträge in
dieses Tagebuch. Verdammt, ich finde es echt scheiße, dass das Morgen alles
vorbei sein soll…”

Brügge

13.09.2009
“Das war ja mal ‘ne Nacht. Als wir in Brügge angekommen sind, hatte
natürlich die Touristeninfo schon geschlossen. Wir haben dann versucht,
die Hostels zu erreichen, von denen wir Flyer bei uns hatten. Die waren
allerdings beide schon ausgebucht, also sind wir auf gut Glück Richtung
Innenstadt gegangen, um nach einer Alternative zu suchen. Im Lybeer
Hostel  hatten wir dann Glück, einen sehr netten Kerl an der Rezeption
anzutreffen, der uns zwar auch kein Zimmer anbieten konnte, aber für uns
im Internet nachgeschaut hat, ob es in der Nähe andere Übernachtungs-
möglichkeiten gibt [mit dem Nachtzug nach Berlin oder so]. Nachdem
aber auch diese Suche erfolglos blieb, haben wir im Internet auf eigene
Faust gesucht. Über Couchsurfing haben wir mehrere Leute um Hilfe an-
gefleht und unsere Handynummer hinterlassen. Als wir grade aufgeben
wollten und dachten, wir müssten die Stadt noch am selben Abend wieder
verlassen, rief tatsächlich einer der Kerle zurück. Letzte Nacht haben wir
also sehr spontan auf dem Dachboden eines äußerst skurrilen 61 jährigen
Typen geschlafen, der früher mal als Roadie gearbeitet hat und offenbar
Frauen sehr liebt. Besonders nackte. Er fotografiert nämlich auch und sein
Schwerpunkt scheint die Aktofotgrafie zu sein. Neben ihm waren auch
noch seine zwei Söhne in der Wohnung, die allerdings zu sehr mit ihren
Computerspielen beschäftigt waren, um sich mit uns zu unterhalten. Die
Wohnung sah wirklich ziemlich chaotisch und ungepflegt aus, außerdem
roch es undefinierbar unangenehm, aber da wir ja zu dritt waren, fühlten
wir uns zumindest einigermaßen sicher.”

Trotz allem war es aber sehr lustig und wir hatten eine menge Spaß, uns
gegenseitig Schauergeschichten über David [unseren Gastgeber] und seine
Söhne zu erzählen, als wir, umgeben von tausenden Biergläsern, auf einer
uralten Schaumstoffmatratze lagen. Bilder gibt’s auf Nachfrage!

“Heute Morgen haben wir dann auch noch ein Frühstück bekommen,
wenn wir es auch nur widerwillig gegessen haben, da die Tassen dreckig
aussahen und auf der Marmelade schon jede Menge Schimmel war.
Überhaupt sah die Küche aus, als wäre dort schon sehr lange nicht mehr
gespült oder geputzt worden. Zum krönenden Abschluss lief dann auch
noch eine erstaunlich große Spinne über die Wand, als Katrin und ich
grade dabei waren, unseren Instantkaffee zu trinken. [...] Aber trotzdem
muss man sagen, dass David ein wirklich netter Kerl zu sein scheint und
wir wirklich froh sind, so kurzfristig noch eine Unterkunft zu finden.”

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“Leider war das Wetter den ganzen Tag über ziemlich schlecht und so
sind wir nicht sehr viel herumgelaufen in Brügge. Heute Mittag haben
wir uns ein paar belgische Waffeln gegönnt, danach waren wir noch in
einer Kapelle, in der eine Ampulle mit dem Blut Jesus aufbewahrt wird.
Kyle hat sie sogar angefasst, Katrin und ich hatten genug damit zu tun,
nicht über die anderen Anwesenden zu lachen. [...] Gegen 16 Uhr haben
wir dann den Zug von Brügge nach Brüssel genommen. Da wir am Bahn-
hof noch Zeit hatten, haben wir noch ein Bier getrunken und lustige
Gruppenfotos in einem dieser Foto-Automaten gemacht. [...] Jetzt bleibt
nur noch zu hoffen, dass wir in Amsterdam eine Unterkunft finden.”

Paris II

12.09.2009
“Frohes neues Jahr! Gestern Abend war wirklich super lustig. Erst sind
wir zum Arc de Triomphe gegangen, waren danach noch überteuerte
Crêpes in einem Restaurant nahe des Eiffelturms essen und als es dann
dunkel wurde, haben wir uns an den Eiffelturm gesetzt. Dort bekamen
wir erst mal eine kostenlose Aufführung von zwei Feuerkünstlern zu
sehen. Die zwei Jungs waren wirklich lustig und haben eine gute Show
abgeliefert. Anschließend haben wir die erste von 2 Flaschen Prosecco
geköpft und mit Aperol gemixt. Nachdem wir die Flasche aber schon
nach 20 Minuten geleert hatten und es noch lange nicht Mitternacht
war, haben wir uns erst mal auf die Suche nach Nachschub gemacht.
In ganz Paris scheint es es keinen Kiosk zu geben. Schließlich sind wir
in einem kleinen italienischen Retsuarant gelandet, wo wir günstig Bier
bekommen haben, und noch eine Toilette dazu. Danach ging es zurück
unter den Eiffelturm, wo wir dann alles für Silvester vorbereitet haben:
Luftschlangen und Kameras ausgepackt, Tröten rausgeholt usw. Die
Sicherheitskräfte mit ihren Maschinengewehren, die hier überall
herumlaufen, haben nicht schlecht gestaunt.”

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“Um Null Uhr haben wir dann angefangen zu tröten, uns ein frohes
neues Jahr zu wünschen und die zweite Flasche Prosecco zu trinken.
Wir hatten echt ‘ne Menge Spaß, aber alle anderen müssen uns wohl
wirklich für verrückt gehalten haben. Ein paar Leute kamen auch zu
uns und fragten, was wir feiern, die meisten haben aber eher einen
große Bogen um uns gemacht. Sogar einer der Militärs kam zu uns
und wollte wissen, was wir machen, er hat es bis Heute vermutlich
nicht verstanden. Vielleicht stehen die auch überall wegen dem 11.09.
2001… Wir haben viele Fotos gemacht und herumgeblödelt. Als wir
schließlich zurück zum Hostel gefahren sind, mussten wir alle drei
so dringend auf Toilette, dass wir es kaum aushalten konnten. Wir
hatten echt unseren Spaß und Paris hält uns für verrückt! Nur Heute
aus dem Bett zu kommen, fiel uns echt schwer. Wenn die Zugver-
bindung es zulässt, fahren wir Heute noch weiter nach Brügge.”

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Paris I

10.09.2009
“Angekommen in Paris. Das Wetter ist, wie zu erwarten war, nicht mehr
so schön, wie es im Süden war. Ganz im Gegenteil, es ist richtig kühl und
außerdem regnet es auch noch. Man fühlt sich schon fast, wie Zuhause,
mal abgesehen von der Sprache. Die Fahrt im Nachtzug war einigermaßen
okay. [...] Jetzt sitzen wir in einem Café in der Nähe von Sacré-Cœur und
trinken Milchkaffee – ein richtiges Frühstück war uns zu teuer, das müssen
wir uns später noch im Supermarkt organisieren. Die Kellner sind echt
super nett und haben sich voll viel Zeit genommen, um für uns den Weg
zum Wäscheschiff herauszufinden. Der Name der Straße steht nämlich in
keiner unserer zahlreichen Karten”

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11.09.2009
“Gestern waren Katrin und ich auf dem Friedhof, auf dem Jim Morrison
und Oscar Wilde begraben sind. Wir haben bestimmt eine halbe Stunde
nach Morrisons Grab gesucht, bis wir es endlich entdeckt haben, daraufhin
haben wir Oscar Wilde dann gar nicht mehr in Angriff genommen. Aber
besonders der Rückweg zur nächsten Metrostation war äußerst lustig – wir
und unsere Lachattacken… Vorher waren wir noch bei Sacré-Cœur, den
schönen Ausblick genießen, und wir sind zum Wäscheschiff gelaufen, dem
früheren Atelier von Picasso, was Katrin unbedingt sehen wollte. Zum Glück
schien nach dem kleinen Regenschauer am Morgen auch bald wieder die
Sonne. Abends sind wir nach einem Glas Wein in unserer “Stammkneipe”
relativ früh ins Bett gegangen, um für Heute fit zu sein. [...] Heute Morgen,
kurz nach dem Frühstück, ist dann Kyle in unserem Hostel angekommen
und wir haben uns direkt auf den Weg zu den Katakomben gemacht, in
denen die Gebeine von tausenden Parisern liegen. Schon irgendwie ein
komisches Gefühl, zwischen den Knochen so vieler verstorbener Menschen
herumzugehen. Danach sind wir dann Richtung Louvre gegangen, haben
zu Mittag gegessen und sind dann erst mal wieder Richtung Hostel gefahren,
um unser neues Zimmer zu beziehen. Heute Abend wird unterm Eiffelturm
Silvester gefeiert!”

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Cannes

Yeah, we are sleeping in f***ing Cannes!
Wie haben das Glück zurückerobert.

09.09.2009
“Schönes Datum! Eigentlich wollten wir ja Heut Morgen extra früh
aufstehen, um am leeren Strand schwimmen zu gehen und danach
noch im Hotel duschen zu können. Aber natürlich haben wir es nicht
früh genug aus dem Bett geschafft. [...] Nach unserer Ankunft Gestern
haben wir ziemlich schnell ein Hotel gefunden, dass durchaus bezahlbar
war. Also haben wir unsere Sachen ins Zimmer gebracht und sind dann
erst mal die Promenade entlang gegangen, haben unsere Füße ins Wasser
gehalten und Fotos gemacht. Dann waren wir noch im Internetcafe und
haben jetzt hoffentlich ein Hostel für uns und Kyle in Paris gebucht.
Zurück am Strand, haben wir mit einem kühlen Dosenbier in den Händen
noch die Leute beobachtet und die schöne  Aussicht genossen.”

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“Heute hatten wir einen schön entspannten Tag am Strand. Nachdem wir
im Hotel unser selbstgekauftes Frühstück gegessen haben, sind wir erst
einmal mit unserem Gepäck zum Waschsalon gegangen. 10 Euro hat der
Spaß gekostet, so teuer war’s sonst noch nirgendwo! Anschließend wollten
wir unsere Rucksäcke eigentlich am Bahnhof einschließen, aber natürlich
hatte ausgerechnet Heute die Gepäckannahme geschlossen. Also sind wir
mit den Rucksäcken zum Strand spaziert und haben dort den halben Tag
verbracht. Endlich haben wir es mal geschafft, schwimmen zu gehen!
Und natürlich haben wir uns auch direkt ‘nen fetten Sonnenbrand geholt.
[...] Heute Nacht geht es dann mit dem Nachtzug weiter nach Paris. Ich
hoffe nur, dass wir dieses mal besser schlafen werden.”

Die Grenz-Erfahrung

“Was klar ist, und was nicht klar ist, ist völlig unklar.”

08.09.2009
“Wir werden vermutlich nie in Frankreich ankommen. Jetzt haben wir
schon einen halben Tag bis Savona gebraucht und sitzen nun noch zwei
weitere Stunden im Zug, bis wir endlich an der Grenz-Stadt Ventimiglia
ankommen. Wegen einem Brand auf der Strecke mussten wir zwischen-
durch den Zug wechseln und verpassen aus diesem Grund auch unseren
Anschluss nach Dijon. Vermutlich werden wir es Heute nur bis Nizza
schaffen. [...] Ich glaube langsam, uns hat dieser Handleser [in Mailand]
verflucht, seitdem läuft fast alles schief.”

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“Aber immerhin ist die Aussicht wunderschön. Wir fahren direkt an der
Küstenlinie entlang und nur wenige Meter trennen uns vom Meer.
Eigentlich bräuchten wir nur irgendwo aussteigen, und wir könnten sofort
ins Wasser springen. So gesehen wäre es sogar ganz schön, wenn wir die
nächste Nacht doch noch in einer Küstenstadt verbringen. Schließlich
waren wir auf unserer Reise noch kein einziges Mal schwimmen.”

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Mailand und Turin

07.09.2009
“Und schon wieder sitzen wir im Zug, dieses Mal heißt unser Reiseziel
Turin. Ursprünglich hat unsere Planung anders ausgesehen, wir wollten
direkt nach Dijon fahren, oder noch einen kurzen Zwischenstopp in Bern
einlegen. Da die Fahrt aber zu lang und zu teuer gewesen wäre, haben
wir unsere Route kurzfristig geändert. Der gestrige Tag in Milano war
eigentlich ganz schön. Dafür, dass wir nur einen Nachmittag Zeit hatten,
um die Stadt zu erkunden, haben wir wirklich viel gesehen. Mailand
macht einen sehr wohlhabenden und westlichen Eindruck. [...] Zuerst
ein mal sind wir zum Duomo gegangen und haben ihn uns von Innen
und von Oben angeschaut. Auf dem Dach ist es wirklich sehr schön,
schade nur, dass so viele Menschen gleichzeitig dort oben sind, so ging
die ganze Atmosphäre verloren. Ganz besonders dann, wenn man nach
einer halben Stunde Wartezeit in einem vollgestopften Aufzug, zusammen
mit einem turtelnden Pärchen wieder herunterfahren muss. Anschließend
sind wir noch bis zur Dämmerung durch die Stadt gelaufen, weil Katrin
ihr Bargeld ausgegangen ist und wir einen Bankautomat einer deutschen
Bank gesucht haben. Natürlich haben wir bis Jetzt noch keine Bank
gefunden und müssen unser Glück in Turin versuchen.”

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08.09.2009
“Nachdem wir Gestern in Turin angekommen sind, haben wir auf
Empfehlung der Touristeninformation erst mal bis 15 Uhr gewartet
und dann in der Jugendherberge angerufen. Dummerweise war diese
schon ausgebucht, also sind wir nach einigem Hin und Her zu dem
Hostel gefahren, dass wir uns schon in Mailand im Internet rausge-
sucht hatten. Vermutlich war das keine so gute Idee, da wir erstens
Stunden gebraucht haben, um dort hin zu kommen - der Bus, den wir
hätten nehmen müssen, fuhr nirgendwo ab – und zweitens stellte sich
heraus, Dass das Hostel in einem normalen Wohnhaus außerhalb der
Innenstadt, liegt. Die Zimmer waren mit Betten vollgestopft und die
Badezimmer sehr ungepflegt. Insgesamt machte das Teil nicht wirklich
einen Vertrauen erweckenden Eindruck, geschlafen habe ich aber trotz-
dem einigermaßen gut. Da wir aber zu faul waren, Abends noch mal in
die Stadt zurück zu fahren, waren wir nur noch kurz in der Nähe des
Hostels Pizza essen und haben uns dann mit einem Bier auf unseren
Balkon gesetzt und die Nachbarn beobachtet. Von Turin haben wir quasi
nichts gesehen. Gegen 8:30 Uhr Heute Morgen ging es dann wieder
Richtung Bahnhof. Es bleibt spannend.”

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“Yeah! Von Turin haben wir zwar kaum etwas gesehen, aber Heute Morgen
haben wir endlich Spritz getrunken – Wein (eigentlich Prosecco) mit ein
Bisschen Aperol gemischt. Schmeckt eigentlich echt ganz gut, nur sollte
man vermutlich nicht schon Morgens zu sich nehmen [sic!]. Aber da wir
jetzt eine extrem lange Zugfahrt vor uns haben, ist es vielleicht ganz gut,
leicht beschwippst zu sein. Eigentlich wollten wir ja Heute nach Dijon
weiter fahren, am Bahnschalter sagte uns der Typ dann aber, dass beide
Züge Richtung Chamberie bereits ausgebucht sind. Na toll, ausgerechnet
in Turin sitzen wir fest! Da wir nicht hier bleiben wollten, fahren wir jetzt
erst mal runter an die Küste, nach Ventimiglia, und von da aus über die
Grenze nach Frankreich.”

Durch die Nacht mit…

…Katrin und Sarah.

06.09.2009
“Letzte Nacht war wirklich die schlimmste unserer bisherigen Reise. Als
unser Zug in Messina ankam und wir unsere reservierten Plätze suchten,
stellte sich heraus, dass wir uns um einen Tag bei der Reservierung vertan
haben. In Wirklichkeit waren die Reservierungen schon für die vorherige
Nacht und so fuhren wir nun ohne gültiges Ticket im Nachtzug.  [...]
Wir saßen also, statt in einem Sechserabteil von Mitternacht bis kurz nach
6 Uhr Morgens auf provisorischen Klappsitzen im Gang und mussten
alle paar Minuten irgendwem Platz machen und unsere Rucksäcke vor
Dieben beschützen. An Schlaf war also nicht zu denken, auch wenn das
wegen dem Geräuschpegel im Zug eh kaum möglich gewesen wäre. Nach
ein paar Stunden kontrollierte uns dann aber ein zweiter Schaffner, der uns
zu sagen versuchte, dass wir ohne gültige Reservierung eigentlich gar nicht
mitfahren dürften. Da er aber kaum Englisch sprach und wir mehr oder
weniger aneinander vorbeiredeten, dauerte es einige Minuten bis Katrin ihn
soweit hatte, uns ohne Extrakosten weiterfahren zu lassen. Ich wäre dem
Kerl am Liebsten an die Gurgel gesprungen!”

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“Das Spannende  an dem Zug ist aber, dass er von Messina auf’s
Festland per Fähre übersetzt. Er wurde direkt von den Gleisen aus in
mehrere Teile zerteilt und nebeneinander in einem extra Deck des
Schiffes untergebracht. Ich glaube, ich habe vorher noch nie einen
Zug auf einem Schiff gesehen, geschweige denn in einem gesessen.”

Palermo

04.09.2009
“In Palermo angekommen, haben wir erst mal ziemlich lange gebraucht,
um unser Hostel zu finden. Die Touristeninfo am Bahnhof war, wie
auch schon in Catania, geschlossen, und so sind wir dann mit dem
Plan aus dem Reiseführer durch die Stadt geirrt. In dem stehen nämlich
leider nicht alle Straßennamen drin. [...] Heute Nachmittag konnten
wir noch einige Kirchen und Plätze anschauen. Einige Ecken der Stadt
haben mich sehr stark an Kuba erinnert. Oder so stelle ich mir jedenfalls
Kuba vor – viele schöne, heruntergekommene Häuser, Palmen auf den
Plätzen und in den Parks, viele Statuen und insgesamt ein pittoreskes
und farbenfrohes Stadtbild.”

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05.09.2009
“Nach dem Frühstück in einem der vielen Straßencafes sind wir Richtung
Süd-Ost gegangen, nachdem wir Gestern den westlichen Teil der Altstadt
erkundet haben. Nach ein paar wirklich prunkvoll verzierten Kirchen
sind wir schließlich im Museum für moderne Kunst gelandet. [...] Den
Nachmittag haben wir größtenteils damit verbracht, über die Märkte in
der Stadt zu gehen und nach einem Outfit für unsere Silvesterfeier zu
suchen. Die Suche blieb allerdings erfolglos.”

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030

“Ziemlich erschöpft sind wir dann zurück zu unserem Hostel gegangen
und haben dort unser Gepäck geholt. Zu Fuß sind wir zurück zum
Bahnhof und nun warten wir auf unseren Zug nach Messina. Heute
fahren wir die ganze Nacht durch, so schaffen wir es bis Morgen Früh
nach Mailand.”

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